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24.10.2011: Fracking kann Erdbeben verursachen
Fracking steht seit langem in der Kritik. Zu den Vorwürfen der Verunreinigung des Grundwassers könnte nun ein weiterer, schwer wiegender Vorwurf hinzukommen. Fracking verursacht Erdbeben. Dies war schon lange vermutet worden, nachdem sich bereits in den USA mehrere leichte Erdstöße in der Nähe von Bohrstellen ereignet hatten. Neue Untersuchungen des Britischen Geologischen Dienstes (British Geological Survey - BGS) erhärten nun den Verdacht. Und auch die britische Regierung ist aufmerksam geworden und droht damit, alle Fracking-Bohrungen zu stoppen, wenn das Problem nicht behoben werden kann.

Konkret geht es um zwei Erdbeben an der Nordwestküste Englands im April und Mai dieses Jahres. Dort, in der Nähe von Blackpool, hatte die Erde mit einer Stärke von bis zu 2,3 gebebt. Die BGS-Forscher haben die Epizentren der Beben in direkter Nähe zu einer Fracking-Bohrstelle geortet und stellen nun in ihrem Bericht einen direkten Zusammenhang zwischen den Bohrungen und den Erdbeben her. Nach Angaben von Brian Baptie, eines Seismologen der Behörde, ist zwar nicht mit wesentlich stärkeren Beben zu rechnen: „Das sind selbst nach britischen Maßstäben sehr keline Erdbeben, die keine Schäden anrichten.” Doch für die Bevölkerung sei es dennoch ein Grund zur Besorgnis, sagte Baptie der Blackpool Gazette.

Die britische Regierung will diese Sorgen offenbar ernst nehmen. Toni Harvey, ein leitender Geowissenschaftler des Ministeriums für Energie und Klimawandel in London, sagte ebenfalls der Blackpool Gazette: „Sollten wir einer Fortsetzung des Frackings zustimmen und sich die Gegenmaßnahmen als wirkungslos erweisen, werden wir die Bohrungen ohne Zweifel erneut stoppen.

Die Firma Cuadrilla Resources, die als erste in Großbritannien unkonventionelles Erdgas erschließen will, hat direkt nach den Erdstößen die Arbeiten an der betroffenen Bohrstelle vorerst eingestellt. In der Gegend an der Küste der Irischen See werden unkonventionelle Lagerstätten von bis zu 200 Billionen Kubikmetern mit einem Wert von 6 Milliarden Pfund (ca. 6,8 Milliarden Euro) vermutet.


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