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Der erste Strang der Ostseepipeline ist fertiggestellt. Das teilte das Betreiberkonsortium Nord Stream gestern mit. Die letzten Verlege- und Schweißarbeiten in der Ostsee seien erfolgreich abgeschlossen worden. Damit ist der erste Abschnitt der zweisträngigen Pipeline zwischen Russland und Deutschland wahrscheinlich schon im Herbst einsatzbereit. Er muss nun noch entwässert und getrocknet sowie an die Landleitungen auf im russischen Wyborg und im deutschen Lubmin angeschlossen werden. Danach können bis zu 27,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr durch diesen Strang über 1224 km von Russland nach Europa gepumpt werden.
Auch die Bauarbeiten zum zweiten Strang haben bereits begonnen. Spezialschiffe haben schon über 230 km in der Ostsee verlegt. Die Gesamtkapazität der Ostseepipeline wird dann planmäßig zum Ende 2012 auf 55 Milliarden Kubikmeter Gas steigen. Damit können nach Angaben von Nordstream bis zu 26 Millionen Haushalte mit sibirischem erdgas versorgt werden.
Die Ostseepipeline stellt ein neues Verbindungsstück zwischen Rußland und Westeuropa statt. Die bisherigen Pipeline-Verbindungen verlaufen über Land. Besonders Russland möchte den Transit durch Drittländer wie Ukraine, Weißrussland und Polen jedoch umgehen. Am Betreiberkonsortium Nord Stream sind die russische Gasprom mit 51 Prozent der Anteile sowie die deutschen Unternehmen BASF Wintershall und E.ON Ruhrgas mit je 15,5 Prozent Beteiligt. Weiterhin halten die niederländische Gasunie und das französische Unternehmen GDF Suez jeweils neun Prozent der Anteile. Die Ostseepipeline soll über drei Anbindungsleitungen mit bestehenden Erdgasnetzen verbunden werden. Die bereits fertiggestellte Ostseepipelineanbindungsleitung OPAL verbindet Lubmin mit der Tschechischen Grenze. Die Nordeuropäische Erdgasleitung NEL, die derzeit gebaut wird, soll Gas in Richtung Niedersachsen und damit in die westeuropäischen Netze weiterleiten. Als dritte Pipeline ist zudem die Norddeutsche Anbindugslietung NORDAL von Lubmin in Richtung Berlin geplant. |